Örtliche Fasent-Historie
In den 50er und 60er Jahren gestalteten der Handwerkerverein Durbach die Fasent im Ort. Nach Überlieferungen wurden legendäre Veranstaltungen, mit Büttenreden und Tanzeinlagen, im „Gasthaus Scharf Eck“ zum Besten gebracht.
Im laufe der 70er Jahre führte der Hausfrauenbund (heute: Frauen Aktiv) mit den örtlichen Vereinen diese Tradition im „Gasthaus Linde“ weiter.
Fastnachtsumzüge mit Beteiligung der Durbacher Vereine wurden, unter der Leitung des Handwerkervereins oder des Hausfrauenbundes, immer am Fasnachtsdienstag durchgeführt.
Die Zunft
Da in den 70er Jahren immer mehr Narrenzünfte in den umliegenden Reblandgemeinden gegründet wurden, entschlossen sich am 15.04.1977 Peter Grau, Hubert Müller und Karl-Ludwig Feger eine Narrenzunft zu gründen. Es erfolgte ein öffentlicher Aufruf im Mitteilungsblatt der Gemeinde Durbach zur Gründung.
Am 07.05.1977 wurde im „Gasthaus Linde“ die Vereinsgründung besiegelt, 35 Personen schrieben sich als aktive Mitglieder ein. Da der Weinbau in Durbach erstmals 1250 urkundlich erwähnt wurde, war es fast selbstverständlich dass bei der Gründung der Narrenzunft der Wein für den Namen und die Figuren eine besondere Rolle spielte. Wer Wein richtig genießt, trinkt nicht sondern schlotz ihn, daraus entstand der Name „Winschlotzer“.
Im Gründungsjahr schlossen sich 80 Personen (Erwachsene und Kinder) der Narrenzunft an, 130 Personen erklärten ihren passiven Betritt.
1978 konnte die Fasnachtkampagne mit Hemdklunkerball, Schlotzerball und einem Umzug mit Unterstützung der Gemeinde und den örtlichen Vereinen durchgeführt werden. Im gleichen Jahr legten sich die „Winschlotzer“ ihr erstes Häs „den Grünkittel“ zu. Dieser bestand aus einer grünen Jacke, schwarzer Kniebundhose, Strümpfe und einem gelben Halstuch. Es gab hierzu keine Maske.
Im Sommer 1984 wurde im Gasthaus „Linde“ mit acht Mann eine Musikgruppe gegründet, die „Guggemusik Schorli-Bänd“, die fortan zu den Winschlotzer gehörte.
Im Jahre 1986 wurde auch die Maskengruppe gegründet, die Häs stellen Winzerin und Winzer dar.
Am 11.11.1994 schlossen sich die Burgunderhexe der Narrenzunft an. Der Verein trug ab diesem Zeitpunkt den Namen: „Narrenzunft Winschlotzer“ e.V. Durbach mit Burgunderhexe.
Örtliche Brauchtumspflege
Die Narrenzunft Winschlotzer führt vor und während der Hauptfasnacht fünf Veranstaltungen durch.
Eine Woche vor der Hauptfasnacht wird der traditionelle Burgunderhexenball durchgeführt, wobei geladen Zünfte und Guggemusiken das Programm gestalten.
Am schmutzigen Donnerstag werden die Schüler aus der Schule befreit und ziehen mit den Narren zum Rathaus. Die Narren stürmen pünktlich um 11:11 Uhr das Rathaus und übernehmen die Regentschaft im Ort.
Nach der Rathausstürmung und der Machtübernahme werden die Neulinge der Narrenzunft „Winschlotzer mit Burgunderhexen“, durch eine Taufzeremonie in einem überdimensionalen Weinfass getauft.
Am Fasnachtfreitag ziehen die Narren der Narrenzunft “Winschlotzer mit Burgunderhexen“ traditionell durchs „Dahl“ (Hauptstrasse) zum „Schnurre und Schnaige“
Seit der Gründung der Narrenzunft wird am Fasnachtsamstag der „Schlotzerball“ durchgeführt. Hierbei wird ein traditionelles Programm wie z.B. Schnitzelbank, traditionelle Hästänze, Büttenreden usw. von der Zunft vorgeführt.
Wie vor 50 Jahren führt die Narrenzunft „Winschlotzer mit Burgunderhexen“ die Tradition des Fasnachtumzugs am Fasnachtsdienstag fort.
Jedes Jahr ziehen ca. 15 – 20 Gruppen zusammengesetzt aus befreundeten Narrenzünften und örtlichen Vereine durchs Dorf. Danach geht es in die Fressgasse die rund um die Festhalle von den örtlichen Vereinen errichtet wurde.
Bei Einbruch der Dunkelheit wird die Fasentverbrennung mit Feuerwerk durchgeführt.
Perspektiven
Die Entwicklungsperpektiven als Träger der örtlichen Fasent besteht darin das fasnachtlichen Brauchtum der kommenden Jugend zu vermitteln. Dadurch das die traditionellen Veranstaltungen wieder stärker besucht werden, werden wir die traditionellen Veranstaltungen weiter ausbauen.